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Anleitung

Luftentfeuchter selber machen: was Salz und Hausmittel leisten

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Im Netz kursieren viele Anleitungen für Luftentfeuchter aus Hausmitteln. Salz in der Schale, Reis im Beutel oder Kreide im Säckchen sollen Feuchte aus der Luft ziehen. Diese Seite ordnet ein, was diese Mittel tatsächlich leisten, wie Sie einen einfachen Entfeuchter mit Calciumchlorid bauen und wo die Grenzen liegen. So vermeiden Sie, dass ein Feuchteproblem unbemerkt weiterbesteht, während eine Schale Salz im Regal steht.

Wie Trockenmittel arbeiten

Trockenmittel sind Stoffe, die Wasser aus der Luft anziehen und binden. Man nennt sie hygroskopisch. Wie viel ein Stoff aufnimmt, hängt von seiner Chemie, der Menge und der Luftfeuchte ab. Manche Stoffe ziehen schon bei normaler Raumfeuchte Wasser, andere erst bei sehr feuchter Luft.

Entscheidend ist die Menge. Ein elektrischer Entfeuchter zieht in einem feuchten Raum mehrere Liter am Tag. Ein Trockenmittel in einer Schale bindet über Tage oder Wochen eine Menge, die eher in Millilitern oder wenigen hundert Millilitern zu messen ist.

Hausmittel im Überblick

Die Tabelle zeigt, warum Calciumchlorid in den meisten gekauften Raumentfeuchtern steckt. Es zieht auch bei üblicher Raumfeuchte Wasser an, während Kochsalz dafür sehr feuchte Luft braucht.

Einfacher Entfeuchter mit Calciumchlorid

Gekaufte Raumentfeuchter mit Granulat funktionieren nach demselben Prinzip, sind aber auslaufsicher konstruiert. Was beide Lösungen gegenüber elektrischen Geräten leisten, vergleicht der Beitrag Raumentfeuchter mit Granulat oder elektrisch?.

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    Zwei Behälter nehmen: einen oberen mit Löchern im Boden, einen unteren als Auffangschale

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    Ein Stück Vlies oder Kaffeefilter in den oberen Behälter legen

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    Granulat hineinfüllen

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    Oberen Behälter auf den unteren setzen, sodass die Lösung abtropfen kann

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    Auffangschale regelmäßig leeren und Granulat nachfüllen, wenn es aufgebraucht ist

Hinweis:Calciumchlorid-Lösung kann Haut und Augen reizen und Metall angreifen. Handschuhe tragen, von Kindern und Haustieren fernhalten und die Lösung über den Abfluss mit viel Wasser entsorgen.

Silikagel: wiederverwendbar für kleine Behälter

Silikagel bindet Feuchte, ohne sich zu verflüssigen. Es eignet sich für Schubladen, Werkzeugkisten, Kamerataschen oder Aufbewahrungsboxen. Viele Beutel haben Farbindikatoren, die anzeigen, wann sie gesättigt sind. Danach lassen sie sich nach Herstellerangabe im Backofen oder in der Mikrowelle trocknen und wieder verwenden.

Für ganze Räume ist Silikagel ungeeignet, die Aufnahme ist zu gering. Wie Sie einen Kleiderschrank trocken halten, steht im Beitrag Kleiderschrank entfeuchten.

Wo selbstgemachte Entfeuchter an Grenzen stoßen

Ein Bad nach dem Duschen, ein Schlafzimmer mit beschlagenen Fenstern oder ein muffiger Keller geben täglich viel mehr Feuchte an die Luft ab, als eine Schale Granulat binden kann. Messen Sie mit einem Hygrometer. Liegt die Feuchte im Raum dauerhaft über 60 %, reicht ein Hausmittel nicht.

In diesem Fall helfen Stoßlüften, gleichmäßiges Heizen und ein elektrischer Luftentfeuchter mit Hygrostat. Wie das Lüften gelingt, steht im Beitrag Wie oft lüften gegen Schimmel?. Geräte für Wohnräume vergleicht der Ratgeber elektrische Luftentfeuchter.

Elektrische Luftentfeuchter vergleichen →

Lüften und Heizen als wirksamste Hausmittel

Das wirksamste Mittel gegen feuchte Raumluft kostet nichts: kurzes, kräftiges Stoßlüften mit weit geöffneten Fenstern. Kalte Außenluft enthält weniger Wasser, beim Erwärmen sinkt ihre relative Feuchte. Ergänzend hilft gleichmäßiges Heizen, damit Wände nicht auskühlen.

  • Mehrmals täglich 5 bis 10 Minuten stoßlüften, im Sommer länger
  • Nach Duschen und Kochen sofort lüften
  • Wäsche möglichst draußen oder im Trockenraum trocknen
  • Türen zu kühlen Räumen geschlossen halten

Kosten und Aufwand ehrlich verglichen

Hausmittel und Granulat sind in der Anschaffung günstig, müssen aber regelmäßig nachgefüllt werden. Bei einem dauerhaften Problem summiert sich das. Ein elektrischer Entfeuchter kostet mehr in der Anschaffung und verbraucht Strom, entfernt aber ein Vielfaches an Wasser und regelt mit Hygrostat selbst. Was ein Gerät im Betrieb kostet, rechnet der Beitrag Luftentfeuchter Stromverbrauch vor.

Eine sinnvolle Arbeitsteilung sieht oft so aus: Granulat oder Silikagel für Schrank, Kisten und kleine Kammern, ein elektrisches Gerät mit Hygrostat für Räume mit echtem Feuchteproblem. Wer beides kombiniert, hat kleine Problemzonen im Griff und behält die Raumluft insgesamt im Blick. Ein Hygrometer im Raum zeigt Ihnen, ob die gewählte Lösung tatsächlich wirkt oder ob nachgebessert werden muss.

Häufige Fragen

Hilft eine Schale Salz gegen feuchte Luft? Kaum. Kochsalz bindet erst bei sehr hoher Luftfeuchte nennenswert Wasser. Für Wohnräume ist die Wirkung gering.

Wie lange hält Calciumchlorid? Das hängt von Menge und Luftfeuchte ab. Ist das Granulat vollständig verflüssigt oder verklumpt, muss es ersetzt werden.

Kann ich mit Reis entfeuchten? Reis nimmt nur wenig Feuchte auf. Für ein Handy oder eine kleine Dose mag das gelegentlich etwas bringen, für Räume nicht.

Was Sie dafür brauchen