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Ratgeber

HEPA-Filterklassen E10 bis H14 nach EN 1822 erklärt

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Fast jeder Luftreiniger wirbt mit einem HEPA-Filter. Was das genau bedeutet, ist auf den ersten Blick schwer zu erkennen, denn neben H13 und H14 tauchen Begriffe wie HEPA-Typ, HEPA-ähnlich oder True HEPA auf. Dieser Beitrag erklärt die Filterklassen nach der europäischen Norm EN 1822, wie geprüft wird und worauf Sie bei Produktangaben achten sollten. Er richtet sich an alle, die einen Luftreiniger für Pollen, Feinstaub oder Tierhaare suchen und die Technik verstehen möchten. Gesundheitliche Fragen klären Sie bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Was HEPA bedeutet

HEPA steht für High Efficiency Particulate Air, also hocheffiziente Schwebstofffilter. Gemeint sind Filter aus sehr feinem, gefaltetem Faservlies, meist aus Glasfaser oder Kunststoff. Partikel werden dabei nicht wie in einem Sieb zurückgehalten, sondern durch mehrere Effekte: Große Partikel prallen auf Fasern, mittlere werden vom Luftstrom an Fasern vorbeigeführt und bleiben hängen, sehr kleine bewegen sich zufällig und treffen so auf die Fasern.

In Europa regelt die Norm EN 1822 die Einteilung und Prüfung solcher Filter. International gibt es mit der ISO 29463 eine ähnliche Norm. Der Begriff HEPA allein ist dagegen nicht geschützt, entscheidend ist die angegebene Klasse.

Die Klassen nach EN 1822

Die Norm unterscheidet drei Gruppen: E für Hochleistungs-Partikelfilter (EPA), H für HEPA und U für ULPA, die in Reinräumen eingesetzt werden. Für Luftreiniger im Haushalt sind vor allem E10 bis H14 relevant.

Hinweis:Die Werte beschreiben den Filter selbst. Wie gut ein Gerät einen Raum reinigt, hängt zusätzlich vom Luftdurchsatz und von der Dichtheit des Filtersitzes ab.

MPPS: geprüft wird beim schwierigsten Fall

Ein Faserfilter hält sehr große und sehr kleine Partikel vergleichsweise gut zurück. Am schwersten haben es die Filter mit Partikeln einer mittleren Größe, die meist im Bereich von etwa 0,1 bis 0,3 Mikrometern liegt. Diese Größe heißt MPPS, Most Penetrating Particle Size.

Die EN 1822 prüft den Abscheidegrad genau bei dieser ungünstigsten Größe. Ein H13-Filter hält also auch im schwierigsten Bereich mindestens 99,95 % der Partikel zurück, bei größeren Partikeln wie den meisten Pollen ist der Anteil noch höher. Für H13 und H14 verlangt die Norm außerdem Grenzwerte an einzelnen Stellen der Filterfläche, damit es keine undichten Bereiche gibt.

HEPA-Typ, True HEPA und andere Begriffe

Werbebegriffe wie HEPA-Typ, HEPA-ähnlich oder HEPA-Style sind nicht genormt. Sie können einen guten Filter beschreiben, aber auch einen deutlich schwächeren. True HEPA stammt aus dem US-Markt und bezieht sich dort meist auf eine Abscheidung von 99,97 % bei 0,3 Mikrometern nach einem amerikanischen Prüfverfahren. Das ist nicht direkt mit den europäischen Klassen vergleichbar.

Achten Sie deshalb auf eine konkrete Angabe wie H13 nach EN 1822 oder ISO 29463. Fehlt sie, fragen Sie beim Hersteller nach oder wählen Sie ein Gerät mit klarer Klassenangabe.

  • gut: H13 nach EN 1822 oder vergleichbare ISO-29463-Angabe
  • unklar: HEPA-Filter ohne Klasse
  • nicht vergleichbar: HEPA-Typ, HEPA-ähnlich, HEPA-Style
  • US-Angabe: True HEPA mit 99,97 % bei 0,3 Mikrometern

Ist H14 besser als H13?

Auf dem Papier ja, im Wohnraum oft nicht spürbar. Ein dichterer Filter hat meist einen höheren Luftwiderstand. Bei gleichem Lüfter bewegt das Gerät dann weniger Luft oder wird lauter. Für die Raumreinigung zählt aber, wie oft die Luft pro Stunde durch den Filter geht. Ein H13-Gerät mit hohem Luftdurchsatz kann daher in der Praxis mehr leisten als ein H14-Gerät mit schwachem Lüfter.

Wichtig ist auch, dass der Filter dicht im Gehäuse sitzt. Strömt Luft am Rand vorbei, sinkt die Wirkung unabhängig von der Klasse. Mehr zum Luftdurchsatz lesen Sie unter CADR und Luftwechsel.

Was das für die Auswahl bedeutet

Für Pollen, Hausstaub und Feinstaub in der Wohnung ist ein Luftreiniger mit H13-Filter und einer zum Raum passenden CADR eine solide Wahl. Gegen Gerüche und Gase braucht es zusätzlich Aktivkohle, denn HEPA-Filter halten nur Partikel zurück. Geräte ohne Filter, die mit Ionisation arbeiten, funktionieren anders. Den Unterschied erklärt der Beitrag Luftreiniger mit HEPA-Filter oder Ionisator. Passende Modelle mit Klassenangabe finden Sie im Ratgeber Luftreiniger für Allergiker.

Luftreiniger mit H13-Filter ansehen →

Häufige Fragen

Filtert ein HEPA-Filter Viren? Viren sind meist an größere Tröpfchen oder Partikel gebunden, die ein Faserfilter zurückhalten kann. Ein Luftreiniger ersetzt aber weder Lüften noch Hygienemaßnahmen. Gesundheitliche Fragen klären Sie mit Fachleuten.

Hält ein HEPA-Filter Gerüche zurück? Nein. Gerüche und Gase gehen durch den Partikelfilter hindurch. Dafür ist eine Aktivkohlestufe nötig.

Kann man HEPA-Filter waschen? In der Regel nicht. Wasser beschädigt die Faserstruktur. Nur ausdrücklich als waschbar gekennzeichnete Filter dürfen nass gereinigt werden.

Ist E12 für Pollen ausreichend? Pollen sind vergleichsweise groß und werden auch von E-Klassen gut zurückgehalten. Für Feinstaub bietet H13 mehr Reserve.

Was Sie dafür brauchen