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Ratgeber

CADR und Luftwechsel: wie groß darf der Raum sein?

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Herstellerangaben zur Raumgröße gehen weit auseinander. Ein Gerät soll für 30 m² reichen, ein ähnliches für 80 m². Der Grund: Jeder Hersteller rechnet mit einer anderen Zahl an Luftwechseln pro Stunde. Wer die CADR kennt und selbst rechnet, kann Geräte fair vergleichen. Dieser Beitrag erklärt, was die CADR misst, wie Sie Raumvolumen und Luftwechsel berechnen und welche Werte für Wohnzimmer, Schlafzimmer und große Räume sinnvoll sind. Schneller geht es mit dem Raum-Rechner.

Was die CADR misst

CADR steht für Clean Air Delivery Rate, die Rate an gereinigter Luft. Sie gibt an, wie viel Kubikmeter partikelfreie Luft ein Gerät pro Stunde liefert. Gemessen wird in einer Prüfkammer, in der die Abnahme von Partikeln wie Rauch, Staub oder Pollen beobachtet wird. Damit fließen sowohl der Luftdurchsatz als auch die Filterwirkung in einen Wert ein.

In Europa wird die CADR meist in m³/h angegeben, in den USA oft in cfm (Kubikfuß pro Minute). Ein cfm entspricht ungefähr 1,7 m³/h. Wichtig: Die CADR wird fast immer auf der höchsten Lüfterstufe gemessen. Auf leisen Stufen ist der Wert deutlich niedriger.

Raumvolumen und Luftwechsel berechnen

Die Rechnung ist einfach. Zuerst bestimmen Sie das Raumvolumen, dann teilen Sie die CADR durch dieses Volumen. Das Ergebnis ist die Zahl der Luftwechsel pro Stunde, kurz LW/h oder ACH (Air Changes per Hour).

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    Raumfläche in m² ermitteln, zum Beispiel 4 m × 5 m = 20 m².

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    Mit der Raumhöhe multiplizieren, zum Beispiel 20 m² × 2,5 m = 50 m³.

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    CADR des Geräts durch das Volumen teilen, zum Beispiel 300 m³/h ÷ 50 m³ = 6 Luftwechsel pro Stunde.

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    Umgekehrt: gewünschte Luftwechsel × Volumen = benötigte CADR, also 5 × 50 m³ = 250 m³/h.

Wie viele Luftwechsel sind sinnvoll?

Eine feste Vorgabe gibt es nicht. Häufig werden für Wohnräume etwa vier bis fünf Luftwechsel pro Stunde empfohlen, wenn Pollen oder Feinstaub reduziert werden sollen. Für allgemeine Staubreduktion reichen oft auch zwei bis drei. Da die Herstellerangabe auf höchster Stufe gilt, im Alltag aber meist eine mittlere oder leise Stufe läuft, ist etwas Reserve sinnvoll.

Ein Gerät mit großer CADR auf niedriger Stufe ist zudem oft leiser als ein kleines Gerät auf Vollgas. Das spielt besonders im Schlafzimmer eine Rolle, wie der Beitrag Luftreiniger im Schlafzimmer zeigt.

Warum Herstellerangaben zur Raumgröße abweichen

Manche Hersteller geben die Raumgröße für einen Luftwechsel pro Stunde an, andere für zwei oder fünf, manche nennen die Zeit, in der ein Raum einmal umgewälzt wird. Daher kann ein Gerät mit 400 m³/h je nach Rechnung für 30 m² oder für über 100 m² beworben werden. Vergleichen Sie deshalb immer die CADR in m³/h und rechnen Sie selbst.

Ein Beispiel aus unseren Ratgebern: Der Philips PureProtect 3200 wird mit einer CADR von 500 m³/h angegeben. Bei 2,5 m Raumhöhe und fünf Luftwechseln reicht das rechnerisch für etwa 40 m². Für noch größere Räume sind Geräte mit höherer CADR sinnvoll, wie im Ratgeber Luftreiniger für große Räume.

Geräte für große Räume ansehen →

Was die Rechnung nicht berücksichtigt

Die CADR ist ein Laborwert. Im echten Raum stören Möbel, Vorhänge und Ecken die Luftverteilung, offene Türen vergrößern das Volumen, und durch Lüften kommen neue Partikel herein. Stellen Sie das Gerät daher frei auf, mit Abstand zu Wänden, und halten Sie Türen beim Reinigen möglichst geschlossen.

Auch die Filterklasse fließt nur indirekt ein. Eine hohe CADR mit einem schwachen Filter ist anders zu bewerten als eine ähnliche CADR mit H13-Filter. Was die Klassen bedeuten, erklärt der Beitrag HEPA-Filterklassen.

Rechner nutzen

Mit dem Raum-Rechner geben Sie Fläche und Höhe ein und erhalten das Volumen und die CADR für die gewünschte Zahl an Luftwechseln. Umgekehrt können Sie die CADR eines Geräts eingeben und sehen, wie viele Luftwechsel es in Ihrem Raum erreicht. Das Ergebnis ist ein Richtwert, da die Herstellerangabe meist auf höchster Stufe gemessen wird.

Zum Raum-Rechner →

Häufige Fragen

Gibt es für Pollen, Rauch und Staub verschiedene CADR-Werte? Nach dem amerikanischen AHAM-Verfahren ja, dort werden drei Werte gemessen. Viele Hersteller in Europa nennen nur einen Wert, meist für Rauch oder Feinstaub.

Reicht ein Gerät für die ganze Wohnung? Nur bedingt. Wände und Türen trennen die Räume. Sinnvoller ist ein passendes Gerät für den Raum, in dem Sie sich am meisten aufhalten.

Wie rechne ich cfm in m³/h um? Multiplizieren Sie den cfm-Wert mit etwa 1,7. 250 cfm entsprechen rund 425 m³/h.

Spielt die Raumhöhe eine große Rolle? Ja. Ein Altbau mit 3,5 m Höhe hat bei gleicher Fläche 40 % mehr Volumen als ein Raum mit 2,5 m.

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