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Ratgeber

Braucht man einen Luftbefeuchter?

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Trockene Augen, spröde Lippen, knisternde Wolle: Im Winter schieben viele das auf trockene Heizungsluft und denken über einen Luftbefeuchter nach. Diese Seite hilft Ihnen, die Frage nüchtern zu beantworten. Sie erfahren, wie Sie zu trockene Luft erkennen, was ein Befeuchter technisch leistet, welche Nachteile und Kosten er hat und welche Alternativen es gibt. Gesundheitliche Beschwerden klären Sie bitte mit einer Ärztin oder einem Arzt, diese Seite gibt keine medizinischen Empfehlungen.

Was ein Luftbefeuchter ist

Ein Luftbefeuchter gibt Wasser an die Raumluft ab und hebt so die relative Luftfeuchte an. Es gibt drei Grundbauarten: Ultraschallgeräte vernebeln Wasser zu feinen Tröpfchen, Verdunster lassen Luft über eine nasse Matte oder Scheiben strömen, Verdampfer erhitzen Wasser. Die Unterschiede erklärt der Beitrag Luftbefeuchter: Ultraschall oder Verdunster?.

Viele Geräte haben einen Hygrostat, der auf einen Zielwert regelt. Daneben gibt es Kombigeräte, die befeuchten und die Luft reinigen. Diese finden Sie im Ratgeber Luftreiniger mit Luftbefeuchter.

Woran Sie zu trockene Luft erkennen

Die Werte je Raum finden Sie im Beitrag Ideale Luftfeuchtigkeit in der Wohnung.

Wann ein Luftbefeuchter sinnvoll sein kann

Holz reagiert auf trockene Luft mit Schwinden. Für Musikinstrumente und hochwertiges Parkett nennen Hersteller oft Mindestwerte. In diesen Fällen ist ein Befeuchter mit Hygrostat eine sachliche Lösung.

  • Die Feuchte liegt über Wochen in der Heizperiode unter 40 %
  • Räume sind stark beheizt und gut gedämmt, etwa im Neubau
  • Büros oder Arbeitszimmer mit vielen Geräten und wenig Feuchtequellen
  • Holzinstrumente, Möbel oder Parkett, für die Hersteller einen Feuchtebereich nennen

Nachteile und Kosten

Ein Luftbefeuchter braucht Pflege. Das Wasser muss täglich gewechselt und das Gerät regelmäßig gereinigt und entkalkt werden. Wird das vernachlässigt, können sich Keime und Beläge bilden. Ultraschallgeräte hinterlassen bei hartem Wasser weißen Staub. Verdampfer brauchen viel Strom, Verdunster benötigen Ersatzmatten.

Das größte Risiko ist Überbefeuchten. Steigt die Feuchte über 60 %, kann sich an kalten Außenwänden Kondenswasser bilden. Gerade in Altbauten mit Wärmebrücken führt das zu Schimmel. Pflegehinweise finden Sie im Beitrag Luftbefeuchter reinigen und entkalken.

Hinweis:Befeuchten Sie nie ohne Kontrolle. Ein Hygrometer an der kältesten Wand zeigt, ob es zu viel wird.

Alternativen ohne Gerät

Bevor Sie ein Gerät kaufen, lohnt ein Blick auf die Gewohnheiten. Lange gekippte Fenster holen viel trockene Kaltluft herein. Stoßlüften für wenige Minuten tauscht die Luft aus, ohne die Räume auszukühlen. Eine etwas niedrigere Raumtemperatur hebt die relative Feuchte leicht an.

Wäsche im Wohnraum zu trocknen, gibt viel Feuchte ab. Weitere Ideen und ihre Grenzen stehen im Beitrag Luftbefeuchter selber machen.

Worauf Sie beim Kauf achten

Wer zusätzlich die Luft filtern möchte, findet Kombigeräte im Ratgeber Luftreiniger mit Luftbefeuchter. Die Dyson-Modelle mit Befeuchtung vergleicht der Ratgeber Dyson Luftreiniger.

  • Hygrostat oder Automatikmodus, damit nicht überbefeuchtet wird
  • Leistung in ml pro Stunde passend zur Raumgröße
  • Tank mit großer Öffnung, die sich leicht reinigen lässt
  • Bauart passend zum Wasser: bei hartem Wasser eher Verdunster
  • Lautstärke, wenn das Gerät im Schlafzimmer läuft

Kombigeräte zum Reinigen und Befeuchten →

Strom und laufende Kosten

Die Stromaufnahme hängt stark von der Bauart ab. Verdunster und Ultraschallgeräte kommen oft mit wenigen bis einigen zehn Watt aus, Verdampfer brauchen für das Erhitzen deutlich mehr. Hinzu kommen Ersatzteile wie Verdunstermatten, Filter oder Kartuschen, bei Ultraschallgeräten eventuell entmineralisiertes Wasser.

Rechnen Sie diese Posten vor dem Kauf grob durch. Ein Gerät, das nur wenige Wochen im Jahr läuft, verursacht andere Kosten als eines, das die ganze Heizperiode durchläuft. Ein Hygrostat hilft, unnötige Laufzeit zu vermeiden, weil das Gerät nur arbeitet, solange der Zielwert nicht erreicht ist. Welches Wasser für welche Bauart passt, erklärt der Beitrag Welches Wasser für den Luftbefeuchter?.

Wenn die Luft eher zu feucht ist

Manche Wohnungen haben das umgekehrte Problem. Beschlagene Fenster, muffiger Geruch oder dunkle Stellen in Ecken deuten auf zu hohe Feuchte hin. Hier wäre ein Befeuchter kontraproduktiv. Welches Gerät dann passt, erklärt der Beitrag Luftbefeuchter oder Luftentfeuchter.

Häufige Fragen

Ist ein Luftbefeuchter im Winter immer sinnvoll? Nein. Nur wenn die gemessene Feuchte über längere Zeit unter etwa 40 % liegt. Viele Wohnungen bleiben auch im Winter im Wohlfühlbereich.

Welche Nachteile hat ein Luftbefeuchter? Pflegeaufwand, Strom- und Ersatzteilkosten sowie das Risiko, zu stark zu befeuchten. Ultraschallgeräte können zudem weißen Staub verursachen.

Kann ein Luftbefeuchter Schimmel verursachen? Ja, wenn die Feuchte zu hoch steigt und an kalten Wänden kondensiert. Ein Hygrostat und regelmäßige Messungen verhindern das.

Was Sie dafür brauchen