# Ab welcher Luftfeuchtigkeit entsteht Schimmel?

Quelle: https://luftundfeuchte.de/blog/ab-welcher-luftfeuchtigkeit-schimmel
Veröffentlicht: 2026-10-11
Herausgeber: Luft und Feuchte

**Kurz gesagt:** Schimmel braucht vor allem dauerhaft feuchte Oberflächen. Als kritisch gilt eine relative Feuchte von etwa 80 % direkt an der Wandoberfläche über mehrere Tage, so steht es als Kriterium auch in der DIN 4108-2. Weil kalte Wände die Luft davor abkühlen, kann das schon bei 60 % Raumluftfeuchte erreicht werden. In Wohnräumen gelten deshalb etwa 40 bis 60 % rF als Richtwert, in der Heizperiode eher die untere Hälfte.

Auf vielen Hygrometern steht ein grüner Bereich, und trotzdem zeigen sich in der Zimmerecke dunkle Flecken. Der Grund: Die Zahl auf dem Hygrometer beschreibt die Raumluft, Schimmel wächst aber an der Wand. Diese Seite richtet sich an alle, die wissen wollen, ab welchem Wert es kritisch wird. Sie erfahren, warum die Wandtemperatur entscheidet, welche Richtwerte für Wohnräume gelten, wie Sie mit einer einfachen Rechnung Ihre Ecken einschätzen und was Sie tun, wenn bereits Schimmel sichtbar ist.

## Es kommt auf die Wand an, nicht auf die Raumluft

Relative Luftfeuchte gibt an, wie viel Prozent der maximal möglichen Wasserdampfmenge die Luft gerade enthält. Diese maximale Menge hängt stark von der Temperatur ab. Kühlt Luft ab, steigt ihre relative Feuchte, obwohl kein Wasser dazukommt.

Genau das passiert an kalten Flächen: Außenwände, Raumecken, Fensterlaibungen und Stellen hinter Schränken sind im Winter kühler als die Raumluft. Die Luft direkt davor kühlt ab, ihre relative Feuchte steigt. Erreicht sie dort über längere Zeit etwa 80 %, finden Schimmelpilze genug Feuchtigkeit, auch ohne dass Wasser sichtbar kondensiert. Bei 100 % ist der Taupunkt erreicht, dann bildet sich Tauwasser. Mehr dazu im Beitrag [Taupunkt und Wandfeuchte](https://luftundfeuchte.de/blog/taupunkt-und-wandfeuchte).

## Richtwerte für die Raumluft

Für Wohnräume nennen Verbraucherberatungen und Fachstellen meist einen Bereich von etwa 40 bis 60 % relativer Luftfeuchte. Im Winter, wenn Außenwände kalt sind, sollte der Wert eher im unteren Teil liegen. Im Sommer ist ein Wert um 60 % in der Regel unkritisch, weil die Wände warm sind.

| Bereich | Bewertung | Was zu tun ist |
| --- | --- | --- |
| unter 40 % | eher trocken | weniger lüften ist selten nötig, Werte beobachten |
| 40 bis 60 % | üblicher Wohlfühlbereich | regelmäßig lüften, Ecken im Blick behalten |
| 60 bis 70 % | erhöht | häufiger stoßlüften, Feuchtequellen prüfen |
| über 70 % dauerhaft | kritisch an kalten Flächen | Ursache suchen, lüften, ggf. entfeuchten |

Richtwerte zur relativen Luftfeuchte in Wohnräumen

Hinweis: Kurzzeitige Spitzen nach dem Duschen oder Kochen sind normal. Entscheidend ist, wie lange hohe Werte anhalten.

## Beispielrechnung: wie kalt darf die Wand sein?

Mit der Magnus-Formel lässt sich berechnen, bei welcher Wandtemperatur die Luft an der Oberfläche 80 % relative Feuchte erreicht. Die Tabelle gilt für eine Raumtemperatur von 20 °C. Die Werte sind gerundet.

| Raumluftfeuchte | Taupunkt | Wandtemperatur bei 80 % an der Oberfläche |
| --- | --- | --- |
| 40 % | etwa 6,0 °C | etwa 9,3 °C |
| 50 % | etwa 9,3 °C | etwa 12,6 °C |
| 60 % | etwa 12,0 °C | etwa 15,4 °C |
| 70 % | etwa 14,4 °C | etwa 17,9 °C |

Raumluft 20 °C: Taupunkt und Wandtemperatur für 80 % Oberflächenfeuchte

[Eigene Werte im Taupunkt-Rechner prüfen](https://luftundfeuchte.de/tools/taupunkt-rechner)

## Was die Tabelle im Alltag bedeutet

Eine Außenecke in einem älteren, wenig gedämmten Haus kann im Winter deutlich kühler sein als die Raumluft, Werte um 12 bis 15 °C sind dort nicht ungewöhnlich. Bei 20 °C Raumtemperatur und 60 % Luftfeuchte wird die Ecke dann bereits kritisch. Senken Sie die Raumluftfeuchte auf 50 %, liegt die Grenze bei etwa 12,6 °C, und die Ecke ist eher auf der sicheren Seite.

Messen können Sie die Wandtemperatur mit einem Infrarot-Thermometer. Halten Sie es in die Ecke und vergleichen Sie den Wert mit der Tabelle oder geben Sie alles in den [Taupunkt-Rechner](https://luftundfeuchte.de/tools/taupunkt-rechner) ein. Wie Sie Raumluftwerte zuverlässig messen, steht unter [Hygrometer richtig nutzen](https://luftundfeuchte.de/blog/hygrometer-richtig-nutzen).

1. Raumtemperatur und Luftfeuchte mit einem Hygrometer messen
2. Temperatur der kältesten Stelle mit einem Infrarot-Thermometer messen
3. Werte in den Rechner eingeben oder mit der Tabelle vergleichen
4. Bei kritischen Werten Luftfeuchte senken und Möbel etwas von der Außenwand abrücken

## So senken Sie die Feuchte

Der wichtigste Hebel ist regelmäßiges Stoßlüften, besonders nach Duschen, Kochen und morgens nach dem Aufstehen. Wie oft das je nach Jahreszeit nötig ist, zeigt der Beitrag [Wie oft lüften gegen Schimmel](https://luftundfeuchte.de/blog/wie-oft-lueften-gegen-schimmel). Gleichmäßiges Heizen hält Wände wärmer, große Möbel an Außenwänden brauchen einige Zentimeter Abstand.

Reicht Lüften nicht, etwa in innenliegenden Bädern, im Keller oder beim Wäschetrocknen, kann ein Luftentfeuchter die Raumfeuchte gezielt senken. Passende Geräte zeigen die Ratgeber [elektrische Luftentfeuchter](https://luftundfeuchte.de/best/beste-luftentfeuchter-elektrisch) und [Luftentfeuchter für das Badezimmer](https://luftundfeuchte.de/best/luftentfeuchter-fuer-das-badezimmer). Was ein Gerät dabei leisten kann und was nicht, lesen Sie unter [Luftentfeuchter gegen Schimmel](https://luftundfeuchte.de/blog/luftentfeuchter-gegen-schimmel).

## Wenn bereits Schimmel sichtbar ist

Kleine, oberflächliche Flecken lassen sich nach den Hinweisen von Verbraucherzentralen und Umweltbundesamt unter Umständen selbst entfernen. Bei größeren Flächen, wiederkehrendem Befall, Schimmel in Dämmung oder Mauerwerk oder unklarer Ursache gehört die Sanierung in die Hände einer Fachfirma. In Mietwohnungen informieren Sie die Vermieterseite. Wer gesundheitliche Beschwerden hat, spricht mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Hinweis: Feuchtigkeit von außen, etwa durch Leitungsschäden oder undichte Fassaden, lässt sich durch Lüften oder Entfeuchten nicht beheben. Hier hilft nur die Beseitigung der Ursache durch Fachleute.

## Häufige Fragen

**Ab wie viel Prozent Luftfeuchtigkeit entsteht Schimmel?** Entscheidend sind etwa 80 % relative Feuchte an der Wandoberfläche über mehrere Tage. In der Raumluft kann das je nach Wandtemperatur schon bei 60 % oder darunter der Fall sein.

**Sind 65 % Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer zu viel?** Im Winter dauerhaft ja, weil kalte Außenwände dann schnell kritisch werden. Kurz nach dem Aufstehen sind höhere Werte normal, lüften Sie dann kräftig.

**Kann Schimmel auch bei 50 % entstehen?** An sehr kalten Stellen ist das möglich, etwa bei Wärmebrücken oder hinter Möbeln an Außenwänden. Deshalb lohnt sich die Messung der Wandtemperatur.

**Welche Luftfeuchtigkeit ist ideal?** Etwa 40 bis 60 %, im Winter eher 40 bis 50 %. Details je Raum stehen unter [ideale Luftfeuchtigkeit in der Wohnung](https://luftundfeuchte.de/blog/ideale-luftfeuchtigkeit-wohnung).

## Kaufberatung zu diesem Thema

- https://luftundfeuchte.de/best/beste-luftentfeuchter-elektrisch
- https://luftundfeuchte.de/best/luftentfeuchter-fuer-das-badezimmer
- https://luftundfeuchte.de/best/luftentfeuchter-fuer-den-keller
