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Ratgeber

Luftreiniger, CO2 und VOC: was ein Filter entfernen kann

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Viele Luftreiniger zeigen Werte für Luftqualität an, und manche Käufer erwarten, dass das Gerät auch verbrauchte Luft auffrischt. Diese Seite erklärt, was CO2 und VOC sind, welche Filter sie erfassen können, wo die Grenzen liegen und warum Lüften durch nichts zu ersetzen ist. Sie erfahren auch, was die Sensoren in Luftreinigern messen und worauf Sie bei Geräten mit Gasfilter achten sollten. Gesundheitliche Fragen klären Sie bitte mit einer Fachperson.

CO2: ein Gas, kein Partikel

Kohlendioxid entsteht beim Atmen. In einem geschlossenen Raum mit mehreren Personen steigt der Gehalt schnell an. Das Umweltbundesamt nutzt CO2 seit langem als Maß für den Luftaustausch und nennt Werte unter 1000 ppm als hygienisch unbedenklich, 1000 bis 2000 ppm als auffällig und über 2000 ppm als inakzeptabel.

CO2-Moleküle sind winzig und chemisch wenig reaktiv. Ein HEPA-Filter hält Partikel zurück, keine Gasmoleküle. Aktivkohle bindet CO2 bei Raumbedingungen praktisch nicht. Deshalb ändert ein Luftreiniger am CO2-Gehalt nichts.

VOC: flüchtige organische Verbindungen

VOC ist ein Sammelbegriff für viele gasförmige Stoffe, die aus Möbeln, Farben, Klebern, Reinigungsmitteln, Kosmetik oder beim Kochen in die Raumluft gelangen. Manche riechen, andere nicht. Ihre Konzentration schwankt stark.

Aktivkohle kann viele VOC an ihrer großen inneren Oberfläche binden. Wie gut das gelingt, hängt von Stoff, Kohlemenge und Kontaktzeit ab. Ein dünnes Kohlevlies in einem Kombifilter ist schnell gesättigt, ein Filter mit mehreren Kilogramm Kohle hält deutlich länger. Geräte mit viel Aktivkohle vergleicht der Ratgeber Luftreiniger gegen Rauch und Gerüche.

Formaldehyd: schwer zu filtern

Formaldehyd ist ein kleines, flüchtiges Molekül, das normale Aktivkohle nur schlecht bindet. Einige Hersteller setzen deshalb spezielle Filter ein, etwa imprägnierte Kohle oder katalytische Schichten. Dyson bietet zum Beispiel Formaldehyde-Modelle mit einem eigenen Filter dafür an, die der Ratgeber Dyson Luftreiniger einordnet.

Wichtiger als jeder Filter ist die Quelle. Neue Möbel, Spanplatten oder Bodenbeläge geben in den ersten Wochen mehr ab. Gründliches Lüften in dieser Zeit ist die wirksamste Maßnahme.

Was Filter erfassen und was nicht

Die Tabelle zeigt: Lüften ist die einzige Maßnahme, die alle Stoffe gleichzeitig senkt. Ein Luftreiniger ergänzt das Lüften bei Partikeln und Gerüchen, ersetzt es aber nicht.

Was die Sensoren messen

Viele Luftreiniger haben einen Partikelsensor, der PM2,5 misst, also Feinstaub. Einige haben zusätzlich einen Gassensor, der eine Summe von VOC grob erfasst und als Farbe oder Index anzeigt. Echte CO2-Sensoren sind in Luftreinigern selten.

Wer den CO2-Gehalt im Blick behalten möchte, nutzt eine CO2-Ampel oder ein Messgerät mit NDIR-Sensor. Zeigt es hohe Werte, ist es Zeit zu lüften. Wie oft und wie lange, steht im Beitrag Wie oft lüften gegen Schimmel?.

Lüften und Luftreiniger kombinieren

Lüften Sie mehrmals täglich kurz und kräftig, um CO2, Feuchte und Gase abzuführen. Der Luftreiniger läuft dazwischen und hält Partikel und Gerüche niedrig. Bei hoher Feinstaub- oder Pollenbelastung draußen ist es sinnvoll, kürzer zu lüften und den Luftreiniger danach auf höherer Stufe laufen zu lassen.

Ob ein Luftreiniger in Ihrem Fall sinnvoll ist, klärt der Beitrag Braucht man einen Luftreiniger?. Die Kosten für Filter und Strom rechnet der Beitrag Luftreiniger Kosten vor.

Luftreiniger mit viel Aktivkohle ansehen →

Typische Situationen im Alltag

Im Schlafzimmer steigt der CO2-Gehalt über Nacht bei geschlossenem Fenster deutlich an, besonders wenn zwei Personen im Raum schlafen. Ein Luftreiniger ändert daran nichts. Hier hilft es, vor dem Schlafengehen gründlich zu lüften und bei Bedarf das Fenster leicht geöffnet zu lassen, sofern Außenlärm und Temperatur es erlauben.

Im Homeoffice oder Besprechungsraum ist es ähnlich. Mehrere Personen in einem kleinen Raum lassen den CO2-Wert schnell steigen. Regelmäßige Lüftungspausen sind die wirksamste Maßnahme. Ein Luftreiniger kann in diesen Räumen sinnvoll sein, wenn zusätzlich Feinstaub, Pollen oder Gerüche stören.

Nach dem Renovieren oder beim Einzug in eine Wohnung mit neuen Möbeln riecht es oft nach Lösungsmitteln. Hier ist ausgiebiges Lüften über Tage und Wochen das Mittel der Wahl. Ein Luftreiniger mit viel Aktivkohle kann Gerüche zusätzlich mildern, solange die Kohle nicht gesättigt ist.

Vorsicht bei Versprechen

Einige Geräte werben damit, Schadstoffe aller Art zu beseitigen. Prüfen Sie, welche Filter tatsächlich verbaut sind und wie viel Aktivkohle der Filter enthält. Geräte, die Ozon erzeugen, sind keine Lösung für Gerüche, weil Ozon selbst ein Reizgas ist. Hintergründe im Beitrag Ozon und Luftreiniger.

Hinweis:Bei starken chemischen Gerüchen, etwa nach Renovierung oder einem unbekannten Geruch, lüften Sie gründlich und klären Sie die Ursache. Ein Luftreiniger ersetzt keine Ursachensuche.

Häufige Fragen

Kann ein Luftreiniger CO2 entfernen? Nein. Dafür gibt es keine praktikablen Filter für den Haushalt. CO2 senken Sie nur durch Lüften.

Hilft Aktivkohle gegen VOC? Teilweise. Sie bindet viele VOC, die Kapazität ist aber begrenzt. Viel Kohle im Filter und regelmäßiger Wechsel sind entscheidend.

Brauche ich einen Formaldehyd-Filter? Nur wenn es eine konkrete Quelle gibt, etwa neue Möbel. Gründliches Lüften ist auch dann die wichtigste Maßnahme.

Was Sie dafür brauchen